Fortsetzung von „getrennt Urlaub machen“

Triest ist eine wunderschöne Stadt! Viel schöner als ich erwartet hätte. Wir hatten einen schönen Campingplatz, fast nur besucht von Einheimischen, der wenig Comfort aber eine grandiose Lage hatte. Die Sanitäranlagen waren 1a sauber und wurden sicher vor weniger al 20 Jahren modernisiert! Das reicht mir! 🙂

Gelegen war er 250m vor der slowenischen Grenze, die wir nicht so einfach passieren hätten können aufgrund von akutem Ausweismangel! Slowenien ist zwar EU, aber die Italiener kontrollieren fleissig die Grenzgänger! Wahrscheinlich weil Lebensmittel und Benzin jenseits der Grenze deutlich günstiger sind.

Der Perso des Liebsten machte sich Freitag den 12.5. nachmittags auf den Weg! Für satte 50 Euro als Expressversand!

Wir verbrachten ein schönes entspanntes Wochenende in Triest, bzw in Muggia wo der Campingplatz lag. Schönstes Wetter, la dolce Vita! Alles bestens!

Montag war Entdeckungstag Triest!

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Für den Perso ging es Montag, 15.5. endlich weiter! Von Mühltal Nach Frankfurt a Main nach Leipzig!

Dienstag der 16.5. war für uns ein weiterer entspannter Urlaubstag dessen Highlights aus Sonnenschein, Strand, Lesevergnügen und Spritz Aperol bestanden (was ihn nur unwesentlich von allen folgenden Urlaubstagen unterscheidet!)!

Dienstag war der Perso in Leipzig und blieb auch dort! Hier nahm das Unheil wohl seinen Lauf! Denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass das uns nächstgelegene Postverteilungszentrum eine ganz ähnliche Nummer hat wie Bahrain in den Vereinigten arabischen Emiraten! Und irgendeine Fachkraft verschlimmbesserte die Nummer des Ziels handschriftlich!

Mittwoch, 17.6.

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Wir genießen den Urlaub in vollen Zügen und machen uns keine Sorgen über die Heimfahrt, glauben wir doch ganz fest daran, dass innerhalb der nächsten Tage die Post uns den Perso bringt!

Mittwoch der Perso wird befördert: von Leipzig nach Bahrain, von dort nach Bergamo

Donnerstag: hätten wir hellseherische Fähigkeiten wir hätten wahrscheinlich ernsthaft einen räuberischen Überfall auf das Postzentrum Bergamo in Erwägung gezogen. Stattdessen Leihen wir uns ein paar e-bikes!

Donnerstag 18.5. von Bergamo nach Leipzig 

Freitag: verbotenerweise fahren wir über die Grenze nach Slowenien. Es ist landschaftlich sehr schön, tolle Altstadt in Koper und Izola. Die e-bikes machen Spaß!

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Freitag, 19.5. Leipzig – Bahrain – London Heathrow – East Midlands UK

Samstag: wir stehen nicht mehr jeden Tag an der Rezeption des Campingplatzes um nach Post zu fragen sondern verfolgen mittlerweile das Geschehen online via DHL Sendungsverfolgung! Wir (und der Rest des Campingplatzes) sind entsetzt! Zumal uns mrg die Rückreise bevorsteht und der Weg über die Grenzen nun in die schwierigere Richtung verläuft!

Samstag 20.5. East Midlands UK – Leipzig

Sonntag: wir fahren nach Hause. Mit den Leuten vom Campingplatz verbindet uns nun eine tiefe Freundschaft wie sie nur in Kriegs- oder Krisenzeiten entstehen kann!

Sonntag 21.5. (wer-hat-noch-nicht-wer-will-nochmal) Leipzig – Bahrain – Leipzig

Montag die Rückreise war mit viel Aufregung verbunden. Die Grenzen passierten wir mit mehr Glück als Verstand und ohne einen Ausweis herzeigen zu müssen. Die Bayern haben mal wieder alles abgeriegelt und standen mit einer Hundertschaft und viel schwerem Geschütz auf der Autobahn. nun hat aber unser Navi den Stau gesehen, uns drumherum geleitet und kurz nach der Polizeikontrolle auf die Autobahn geschleust!

Montag ist Express-Service-Ruhetag wie es scheint! Mittlerweile haben wir schon mehrfach DHL angerufen und die Lieferung des Briefes storniert. Er möge bitte zum Absender zurück gesandt werden!

Dienstag der Alltag hat uns wieder und ich bin wieder im Nachtdienst am Start! 😦

Dienstag 23.5.Leipzig – Bahrain – London Heathrow – East Midlands UK

Mittwoch 24.5. East Midlands UK – Leipzig – Mühltal

Am 25.5. kam der Perso zu Hause an! 4 Tage nachdem unser Urlaub zu Ende war, 4 Wochen nachdem er in Graz verschickt wurde!

Zurückgelegt hat er dabei 51.305,3 km! Das ist eine zweimalige Erdumrundung in unserer Höhe (der Breitengrad bei FfM). Wenn man einen Preis von 50 Euro dafür veranschlagt (was uns anfangs teuer erschien) ist es eine sehr günstige Alternative mal rumzukommen! Es entspricht einem km-Preis von 0,00097 Euro oder auch 1.026,1 km pro Euro!

Seis drum, der Urlaub war aufregend und schön! 🙂 Und das Fazit: es lohnt sich sicher ab und an getrennt Urlaub zu machen. Einer Trennung vom Pass ist damit aber nicht gemeint! Es birgt schon eine Menge Vorteile, wenn man sich ausweisen kann!

So long!

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getrennt Urlaub machen

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Auf vielfachen Wunsch muss ich noch die Erlebnisse des letzten Urlaubs berichten. Geplant war ein Urlaub am Meer und zwar an der kroatischen Küste. Also das war MEIN Plan. Der Liebste war nicht sofort Feuer und Flamme, von Kroatien gar nicht zu begeistern. Die Kompromisslösung war dann Slowenien.

Zur Vorbereitung des Urlaubs fuhren wir an einem Wochenende im April nach Graz wo wir ein Dachzelt für das Auto gekauft hatten. Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten holten wir es nun mit fast einem Jahr Verzögerung ab. Von dem Support der einem zu Teil wird wenn man im Fachhandel kauft hatten wir nichts, da wir es bei einer Spedition abholten, der Besitzer der Firma war übers Wochenende nicht da. Knapp 4 Wochen noch bis zur schönsten Zeit des Jahres. In Graz kauften wir am 8.4. ein paar Kleinigkeiten im Laden einer Grosshandelskette. Dort wurden wir mit deutschem Mitgliedsausweis gerade so geduldet und waren gezwungen uns einen Tagespass ausstellen zu lassen. Bei ebenjenem Vorgang gab der Liebste seinen Personalausweis und den deutschen Mitgliedsausweis ab. … Doch dazu später mehr!

Zu Hause angekommen organisierten wir innerhalb der nun folgenden 3,5 Wochen einen neuen Dachgepäckträger fürs Automobil, da sich der vorherige als nicht geeignet herausstellte. Alles fügte sich kurz vor knapp, aber es klappte.

Wir wollten MO den 8.5. losfahren. Am 20.4. vermisste der Mann an meiner Seite zum ersten Mal seinen Personalausweis. Er hatte ihn vorher schon gesucht, nicht gefunden, das Problem hintenan gestellt. Ich war sogleich der Meinung, er könne noch im Warenhaus in Graz liegen. Erster Anruf 20.4. – „Naaa, hier is kaan Ausweis!“ Noch 18 Tage bis zum Urlaub!

Es folgten weitere Anrufe. Ergebnis am 26.4. „Schoo! Er is doo! … “ Nach wortreicher Erklärung in welchem letzten Eck man habe schauen müssen um zu sehen, dass die beiden Ausweise in irgendeinem Ascheneimer lagen … bla bla bla! Nun die Bitte, man möge den Ausweis per Post an unsere Adresse im südhessischen Mühltal schicken.

Die Woche darauf war picke packe voll mit Aktivitäten, Veranstaltungen, Packen, Organisieren, etc. Ende der Woche war immernoch kein Ausweis im Briefkasten, 9 Tage scheint mir doch ausreichend um ein Kuvert mit 2 visitenkartenformatigen Ausweisen die 749km transportieren zu können. Selbst per berittenem Boten oder der Postkutsche, auch Zwischenstopps und Pferdewechsel mit eingerechnet … Noch 3 Tage bis zum Urlaub!

Es folgte ein weiteres Telefonat mit dem Ergebnis: der Brief mit den Ausweisen wurde nach Wien geschickt! Nun fragt man sich (zu Recht) „Warum, verdammt noch eins nach Wien?!!!“ Die einleuchtende Antwort: „Ge bittschön mia schickn olles erst amol no Wijen!“ … Ja, nee, is klar!

Der Urlaubsstart wurde dann vom 8. auf den 9.5. verlegt. Am 9. wurde dann das Haustier zur Unterbringung gebracht, der Rest ins Auto geräumt und ab gings auf die Autobahn. Bei Würzburg der erste Streit ob man nicht besser den einen oder zwei Tage zu Hause warten solle als jetzt ohne Ausweis loszufahren. Wir fuhren dann also erstmal zu Freunden  nach Grafing bei München. Der Plan war dort ein oder zwei Tage zu verweilen um nicht zu Hause neben dem Briefkasten zu hocken. Der Briefkasten indes wurde täglich inspiziert um uns den Ausweis umgehend mit der deutschen Post nachsenden zu können.

Die zwei Tage in Grafing waren sehr schön, wir haben uns gefreut, die Freunde wiederzusehen, waren am Chiemsee und es war ziemlich kalt. So kalt, dass wir das angebotene Gästezimmer gern in Anspruch nahmen und das Dachzelt verschmähten.

Am Abend des 10.5. entschlossen wir auch ohne Pass erstmal weiterzufahren. Ich wollte doch so gern ans Meer! Nach reiflicher Überlegung beschlossen wir nach Italien zu fahren. Die Passage der österreichischen und der italienischen Grenze dürfte in diese Richtung kein Problem darstellen.

Gesagt getan! Wir fuhren also durch Österreich nach Italien. Eine nette junge Dame namens Herrmann sprach die Empfehlung Bibione aus, dort sei der Strand so schön! Also kamen wir nach einem langen Tag Fahrt in Bibione an und starrten nun ungläubig auf die akkurat ausgerichteten Reihen von Sonnenschirmen am Strand von Leck-mich-am-Arsch-Bibione! Die Stimmung hatte ein neues Tief erreicht.

Da es schon dämmerte suchten wir uns einfach einen Campingplatz um zu übernachten und um am nächsten Tag weiterzufahren. Und hier nun eine weitere Hürde: auf Campingplätzen muss man sich anmelden und um sich anzumelden braucht man einen Ausweis!!! Es klappte ohne! Der Platz war sehr schön gelegen und so weit entfernt von Hochsaison auch sehr entspannt und wenig besucht!

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Am 12.5. ging es weiter die Küste entlang Richtung Triest! Bei einem Cafebesuch erreichte uns die Nachricht der Ausweis sei angekommen! Endlich!

Wir beauftragten also eine liebe Freundin den Ausweis per Expresspost zu verschicken. Dazu gaben wir ihr die Adresse des Campingplatzes den wir ansteuern wollten.

… to be continued …