Kürbisgnocchi für die Nachtarbeit

Kürbisgnocchi für die Nachtarbeit

Des Nächtens muss man ja auch was essen, zumindest wenn man nachts arbeitet und tags schläft versucht zu schlafen. Ich koche eigentlich gern für den Nachtdienst. Es ist schön was Warmes zu essen und die meisten Kollegen freuen sich, wenn man was mitbringt. Es gibt zwar ein paar Einschränkungen: muss schnell gehen, muss mikrowellentauglich sein, muss ggf mehrmals aufwärmbar sein, … Denn man hat keine geregelte Pause wenn man sie miteinander verbringen will (und wer isst schon gern allein!).

Ich hatte noch einen Butternut Kürbis zu Hause und auf der Suche nach Rezepten fand ich dieses: vegane Kürbis Gnocchi.

Ich habe es geringfügig verändert. Nahm halb Kürbispüree halb Kartoffelpüree, habe den Teig ordentlich mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt und es gab eine Gorgonzola-Sahne-Sauce dazu.

Alles in allem: seeehr lecker! Schreit nach Wiederholungstat!

Komme zu nichts und Darmstadts coolste Kneipe

Ich habe gerade ein Zeitmanagementproblem, welches (meiner Meinung) in erster Linie damit zusammenhängt, dass der Tag mit 24 Stunden zu knapp kalkuliert ist!

Dann hatte ich jetzt auch noch 4 Nachtdienste, die rauben mir kostbare Zeit und Energie! 9 Stunden Arbeit, mit An- und Abfahrt 10 Stunden, zu Hause was essen, was schlafen und versuchen wach zu werden und schon schließt sich der Kreis und die nächste Nacht beginnt. Du kommst zu nichts! Keine sozialen Kontakte, kein Sport, … Schlafen, Essen, Arbeiten! … Ich lehne das ab!

Aber nu is rum (erstmal). 🙂 Auf ND folgen immer ein paar Tage frei, wobei der erste wie im Wachkoma an mir vorüber zieht, …

Und so war ich gestern zum ersten mal im Yogakurs. 90 min, Entspannung am Anfang, anstrengende Asanas im Mittelteil und nochmal Entspannung am Ende. War super! Ich freue mich auf 9 weitere Termine und bin motiviert die Übungen in der Zwischenzeit zu vertiefen. Auf dass meine Muskeln und Sehnen am hinteren Bein sich etwas weiten werden. Ich bin nahezu so gelenkig als wäre ich knappe 70! 

Als krönenden Abschluss und als Kontrastprogramm wollte ich einer lieben Freundin aus der Eifel die coolste Kneipe Darmstadts zeigen. Beschrieb diese also freudestrahlend in schillerndsten Worten … und sie sagte plötzlich „also das Pillhunh kenn ich schon!“.

😦 Hmmmppfff 

Wir gingen trotzdem hin und schön wars. Und obwohl ich nach nur einem Bier heimging roch meine Kleidung sofort wie Kneipenabend in den 90ern. Raucherkneipe eben.

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Namaste und Schobbe!

Reservebatterie

Nach 3 Nächten in der Klinik laufen die Akkus auf Reservestrom. Es ist ein schöner Job und ich mache meine Arbeit gern, aber so ungesund der Schichtdienst für den Körper so ungesund ist manchmal auch das Leiden der Menschen für die Psyche. Allein die Tatsache zur Arbeit zu fahren wenn die Sonne gerade untergeht,

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wenn auf den Straßen schon fast nur noch Nach-Hause-Fahrer unterwegs sind,

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da freut man sich über den Willkommensgruß kalter Architektur, die eine wenig verheißungsvolle anstrengende Schicht vermuten lässt.

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Abgeschirmt vom Rest der Klinik ist die Intensiv ein eigener Bereich mit eigenen Regeln, Geräuschen und Gerüchen. Für die einen ein Ort großer Angst, Verunsicherung und Trauer – für die anderen ein Ort mit viel anstrengender Arbeit, die man zu leisten im Stande ist, weil man ein tolles Team hat, auf das man sich 100% verlassen kann.

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Hier geht es oft um den sprichwörtlichen seidenen Faden. Es geht um Schnelligkeit und Funktionieren. Es werden Diagnosen gestellt, die ein künftiges Leben vollkommen verändern oder schlichtweg beenden.

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Hightech und Empathie braucht es genauso wie den Willen den Kampf gegen die Müdigkeit zu gewinnen.Bild

Wie auch immer, die Nacht endet nach 10 Stunden. In dieser Zeit hat man alles gegeben und kann nur noch ans Bett denken. Wenns gut gelaufen ist haben alle  Patienten überlebt, befinden sich vielleicht sogar auf dem Wege der Besserung wenn nicht sind sie wenigstens schmerzfrei und können ihren Weg gehen. Dazu ist die Station aufgeräumt, die Nachlassenschaften des Spätdienstes verräumt, der Tagdienst vorbereitet und der erste Kaffe gekocht. Sollte der Nachhauseweg problemlos verlaufen hat man 5-6 Stunden Schlaf vor sich, wenn man dem Sozialleben nicht ganz abschwören will.

Danach erst mal ein paar Tage frei. Der Erste Tag dient der Rekonvaleszens und ist nur flüchtig wahrzunehmen. Meist dümpelt man so vor sich hin und versucht abends wieder zu schlafen, damit die Umstellung gleich wieder funktioniert. Schließlich hat man auch bald schon wieder Tagdienst und das bedeutet unter Umständen gleich als erstes morgens um 5 das Klingeln des Weckers. Die restlichen freien Tage gilt es zu genießen! 🙂 Was ich heute auch vorhabe mit: 2 Frauen, 2 Nähmaschinen und einem Gläschen gut gekühltem Rheingau-Riesling.