Postkarten, Correspondenzkarten, Ansichtskarte, Bildpostkarte, kartenförmige Postanweisung und … #freedeniz

Moin moin, kann das wahr sein, dass ich seit 2 Monaten nichts geschrieben habe?! Shame! Shame! Shame! … ach nee, anderer Film!  Seis drum. Gestern war ich auf der Buchmesse. Es war großartig, wie immer!

Wer hingeht: ich empfehle den Espresso am taz-Stand. Naja, kurzum: ich empfehle die taz! hahaha   Dort erstand ich ein Briefchen Briefmarken deren Erlös einem guten Zweck dient (siehe hier) und es gab dort am Stand auch Postkarten (kostenlos). Mit einem Bild von Deniz Yücel, vorbedruckt mit seiner aktuellen Adresse im türkischen Gefängnis. Man kann sie beschriften und dort wieder abgeben, dann zahlt die taz das Porto.

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Ich liebe ja Postkarten! Ich sammle sie und schreibe sie, … im Moment sammle ich eher. Deshalb nenne ich eine große Kiste mein eigen. Wenn Freunde von mir umziehen schreibe ich ihnen gern eine Karte. Wenn Du nämlich nach dem ganzen Umzugsstress in der neuen Bude auf ganz vielen Kisten hockst und kaum jemand Deine neue Adresse kennt bekommst Du nur Post vom Stromanbieter, vom Umzugsservice der Post, vom Vermieter, etc. Da tut es unheimlich gut, einfach mal einen postalischen Gruß in den Briefkasten zu bekommen, der Dir in der neuen Butze eine schöne Zeit wünscht!  Eine liebe Kollegin war letztens ganz lange ausgeschaltet und musste sich jetzt lange um Genesung bemühen. Aktuell läuft die Wiedereingliederung und ich hoffe sie hat keine Schmerzen und ist bald wieder obenauf! Ihr habe ich auch eine Karte geschrieben. Mit Genesungswünsche und der Info dass ich sie vermisse.

Postkarten sind so oldschool! Da steh ich drauf! Es dauert Tage bis sie zugestellt sind und es geht nur in eine Richtung. Die Absenderadresse bleibt meist ungenannt. Man kann also auch ganz prima anonyme Postkarten schreiben 😀 … okay, all meine Freunde wüssten sofort, welche Bekloppte dahintersteckt. Aber das ist doch eine Idee! Du schreibst keinen Text sondern klebst Zeitungsbuchstaben auf mit dem Text HAB DICH LIEB oder MISS YA. Das ist doch die netteste anonyme Post die man sich vorstellen kann (okay, außer dem Scheck über ne Million Euro).

Offen lesbare Mitteilungen (Postkarten) wurden übrigens 1760 von einem privaten Stadtpostunternehmen in Paris eingeführt. 1784 gings in Wien weiter. 1840 erschien in England die erste Briefmarke, von dort gings um die Welt. Tadaa!!! Unser Postwesen wie wir es heute kennen war gegründet. 1861 bekennt sich die USA zur Postkarte, 1865: Preussen führt die „Offene Karte / Aviskarte / Drucksachenkarte“ ein. Erst mal zum Zweck den Besuch von Handelsvertretern anzukündigen. 1865 wurde vorgeschlagen, ein sogenanntes  Postblatt (als offene Karte) zuzulassen, dies wurde jedoch abgelehnt mit der Begründung sittlicher Bedenken, aufgrund der offenen Lesbarkeit, und wegen der Idee des geringeren Postos befürchtete die Post finanzielle Einbußen. Man sollte dem damaligen Generalpostdirektor Karl Ludwig Richard von Philipsborn (1818 – 1884) mal umrechnen wieviel Porto eine Postkarte heute kostet. 0,45 Euro. Wieviel wäre das 1865 gewesen? Und was eigentlich? Thaler, Kreuzer, Gulden, Mark, Groschen, Pfennige, Reichsmark?

Während des deutsch/französischen Krieges 1870/1871 wurde die Postkarte so richtig populär. Man befreite die mobilen Truppen vom Porto und es wurden zwischen 7/1870 und 12/1870 rund 10 Millionen Feldpost-Correspondenzkarten verschickt!

 

All diese Gedanken bringen mich natürlich dazu, mehr Karten zu schreiben. Ich werde gleich heute loslegen. Man muss ja Karten auch nicht immer beschreiben, man kann Liedtexte zitieren, man kann was draufmalen, ein hübscher Aufkleber tuts auch, …zur Not ein Gedicht!

Nun also, wer meiner geneigten Leserschaft auch gern mal ein Kärtchen von mir bekommen möchte darf gern mit Adresse vorstellig werden. bei voodoowool@web.de befindet sich ein Briefkasten, der nahezu täglich geleert wird. Ich werde keine Kosten und Mühen scheuen, eine hübsche Karte und einen ansprechenden Text /Bild / … für Euch auszusuchen. 🙂

Und wer an Herrn Yücel schreiben will mag dies auch gern in die Tat umsetzen. Es geht ja nicht darum, ihm was besonders Wichtiges mitzuteilen, es geht darum einem deutschen Journalisten in Gefangenschaft zu sagen, dass er in der Heimat nicht vergessen ist und dem türkischen Gefängniswärter als solchem deutlich zu machen, dass seine Rückenschmerzen, die er bekommt wenn er all die Post zu Deniz trägt, in direktem Verhältnis dazu stehen, dass Deutschland seine Medien schätzt! Die Adresse seht Ihr auf dem Bild oben.

Bis dahin, gehabt Euch wohl, feinste postalische Grüße!

 

 

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